Grit bedeutet Durchhaltevermögen: Überlegen Sie sich Ihren „Grit-Plan“

Grit bedeutet Durchhaltevermögen

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Haben Sie genügend „Grit“, um die Ziele in Ihrem Beruf (und in Ihrem Leben) zu erreichen, die Ihnen wirklich etwas bedeuten? Grit – was ist das? Werden Sie sich vielleicht an dieser Stelle fragen. Heute an Tag 24 bei den #28daysofblogging möchte ich Ihnen „Grit“ etwas näherbringen.

Grit bedeutet Durchhaltevermögen. Grit entscheidet in Kombination mit Leidenschaft (passion) und Ausdauer (perseverance) darüber, ob wir unsere langfristigen Ziele erreichen. Grit beschreibt, ob wir auch angesichts von Rückschlägen, Enttäuschungen und Stillständen konsequent und hart weiterarbeiten und an unseren Zielen dranbleiben. Grit befähigt uns, sieben Mal hinzufallen und acht Mal wieder aufzustehen, beschreibt Michelle McQuaid Grit sehr zutreffend in Ihrem Buch Your Wellbeing Blueprint (S. 130) Am Rande bemerkt: Zuviel Grit und niemals aufzugeben, ist natürlich auch nicht gut; auch hier geht es wieder um das richtige Maß.

Angela Duckworth forscht seit einiger Zeit im Bereich Grit; ihre Untersuchungen dauern dabei noch an. Auf seiner Webseite Optimize me stellt Brian Johnson in seiner sehenswerten Zusammenfassung von Angela Duckworths Buch Grit folgende Punkte in den Mittelpunkt: Mit dem von ihr entwickelten „Grit Fragebogen“ konnte Angela Duckworth erstmals nachweisen, welche Kadetten an der sehr renommierten Westpoint Militärakademie bereits während der ersten sieben Orientierungswochen die Akademie wieder verließen, obwohl es extrem schwierig ist, überhaupt dorthin zu kommen. Dieser Fragebogen fragt nach Dingen, wie man mit Rückschlägen umgeht oder ob man seine Begeisterung für etwas schnell wieder verliert. Das Ergebnis war, dass Grit zum ersten Mal erstaunlich genau vorhersagen konnte, wer die Akademie schnell wieder verließ.

Wie können wir Grit erzeugen? Hierbei gibt es zwei Variablen: Wir haben Talent (talent), und wir zeigen Einsatz (effort). In der Formel „Talent mal Einsatz = Fähigkeit (skill)“ beschreibt Angela Duckworth, dass wir Talente in individuell verschiedener Ausprägung haben. Wenn wir uns einsetzen, diese Talente zu entwickeln und auszubauen, dann werden wir darin besser, und bauen unsere Talente zu Fähigkeiten aus. Die zweite Formel „Fähigkeiten mal Einsatz = Zielerreichung (achievement)“ besagt, dass, wenn wir unsere Fähigkeiten mit weiterem Einsatz anwenden, dann erreichen wir unsere Ziele. Einsatz ist also in beiden Formeln ein entscheidender Faktor; das Maß unseres Einsatzes können wir dabei natürlich selbst bestimmen. So weit, so gut. 

Zu Grit gehört, wie oben beschrieben, auch Leidenschaft (wobei mir persönlich der Begriff Begeisterung für „passion“ besser gefällt). Und zwar eine ausdauernde Leidenschaft – und keine kurzen Strohfeuer, die schnell wieder verpuffen. Diese Leidenschaft steht für das, was uns wirklich wichtig ist im Leben und was uns wie ein Kompass durch unser Leben führt.

Und wie können wir Grit weiterentwickeln und ausbauen? Hierzu gehören vier Komponenten:

  • Interesse (interest): Wie gerade beschrieben, brauchen wir ein leidenschaftliches Interesse für etwas, das uns über lange Zeit hinweg antreibt und motiviert.
  • Tun (practice): Interesse allein ist nicht genug, wir müssen es auch bewusst in die Tat umsetzen.
  • Einen höheren Sinn (purpose), der über uns selbst hinausgeht.
  • Und Hoffnung (hope), die mit Aktivität verbunden ist und Lösungswege sucht.

Grundsätzlich hilfreich für den Aufbau von Grit ist ein Growth Mindset; nach diesem Ansatz sind wir ja nicht „festgelegt“ (Fixed Mindset), sondern können jederzeit (aus unseren Fehlern) lernen und uns weiterentwickeln.

Nun die Aufgabe des Tages: Entwickeln Sie Ihren „Grit-Plan“
Nehmen Sie sich ein Blatt Papier, am besten horizontal, oder Ihr Impulsbuch. Schreiben Sie bitte ganz oben auf das Blatt ein oder zwei Ziele in Ihrem Beruf oder Ihrem Leben, dessen Realisierung Ihnen langfristig wirklich am Herzen liegt und das Ihnen wirklich wichtig ist. (Am Ende des Abschnitts finden Sie ein Beispiel hierfür). Halten Sie dann darunter auf der mittleren Ebene die Ziele fest, die die Realisierung dieses übergeordneten Ziel möglich machen. Dies sind Aktivitäten oder Projekte, in die Sie wirklich Energie investieren wollen. Dann notieren Sie auf der untersten Ebene die Ziele, die Sie jeden Tag verfolgen und konkret umsetzen können, um die Ziele auf den beiden höheren Ebenen zu erreichen. Verändern und ergänzen Sie die Ziele vor allem auf der untersten Ebene, wann immer sinnvoll und notwendig. Vielleicht auch hilfreich für Sie: Ihren Grit-Plan sichtbar aufzuhängen.
(nach Michelle McQuaid&Dr. Peggy Kern, Your Wellbeing Blueprint, S. 131)

Hier das Beispiel: Mein Ziel auf der obersten Ebene (mein Lebensziel, meine Lebensaufgabe, mein Beitrag zur Welt) ist es, Menschen in ihrer Entwicklung zu fördern. Auf der mittleren Ebene (Projekte und Aktivitäten) finden sich bei mir u.a. die Positive Psychologie, deren Methode ich zur Entwicklung meiner KundInnen nutzen möchte, und das Zürcher Ressourcenmodell, das ich sehr liebe und das ebenfalls sehr hilfreich ist, wenn Menschen sich verändern und weiterentwickeln wollen. Auf der untersten Ebene (konkrete Umsetzung Tag für Tag) steht gerade das tägliche Schreiben und Veröffentlichen eines Beitrags zur Positiven Psychologie bei den #28daysofblogging.

Herzliche Grüße und ich wünsche Ihnen ausreichend Grit für Ihre Zielerreichung :-)
Ihre/Eure Gaby Regler

P.S. Ausdauer zählt (leider) nicht zu meinen allergrößten Stärken. ;-) Umso mehr bin ich stolz auf mich, auch an Tag 24 wieder einen Artikel bei den #28daysofblogging zu veröffentlichen. Mir hilft es, meine „schlafende Stärke“ Ausdauer mit meiner bereits vorhandenen Stärke Kreativität zu verbinden. So habe ich jeden Tag erstmal (kreativ) ein Bild zu meinem geplanten Artikel gesucht; erst dann ging´s los mit dem Texte schreiben …
Wenn Sie sich schwer tun, Ihr(e) Ziel(e) auf den drei Ebenen zu finden – ich unterstütze Sie hierbei sehr gerne.

Bei den #28daysofblogging habe ich diese Beiträge bereits veröffentlicht:

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