Gute Beziehungen sind wichtig! Werden Sie zum dosierten „Geber“ mit 5-Minuten-Gefälligkeiten

Karriereberatung München, Positive Beziehungen im Beruf

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Wie wichtig sind Ihnen gute Beziehungen zu den Menschen um Sie herum? Zu Ihren Familienmitgliedern, Ihren Freuden und Ihren ArbeitskollegInnen? Der Positiven Psychologie und dem PERMAH-Modell von Martin Seligman sind die guten Beziehungen den Buchstagen R für Relationships im obigen Modell wert, da sie u.a. sehr wichtig für unser Wohlbefinden und für unseren Erfolg im (Berufs-)Leben sind. Spannend genug, dass sich Tag 16 bei den #28daysofblogging um gute Beziehungen dreht.

Soziale Unterstützung motiviert uns, sie lässt uns unseren Weg weitergehen und hilft uns so „bei der Umsetzung einer großen Zahl von Zielen – ob in der Arbeit, in Beziehungen oder in der persönlichen Entwicklung.“, stellt Sonja Lyubomirski in Ihrem Buch Glücklich sein (S. 276) fest. Gute Beziehungen senken unseren Stresspegel und verringern Angstgefühle; sie verbessern unsere Konzentration und unser Glücksempfinden.

Zum Thema Beziehungen gibt es den sehr sehenswerten und sehr unterhaltsamen TED-Talk Sind Sie ein Geber oder ein Nehmer? von Adam Grant, der auch das Buch Geben und Nehmen: Warum Egoisten nicht immer gewinnen und hilfsbereite Menschen weiterkommen geschrieben hat. „Nehmer handeln in Interaktionen eigennützig.“ Für sie ist nur wichtig, was andere für sie tun, und sie versuchen, so viel wie möglich zu bekommen. „Das Gegenteil ist ein Geber. Er fragt sich bei Interaktionen meist: Was kann ich für Sie tun?“ Er ist immer auf der Suche, wie er anderen helfen kann. Daneben gibt es noch eine dritte Variante, die sogenannten „Matcher“, die darauf achten, dass sich Geben und Nehmen die Balance halten, ganz nach dem Motto: „Ich tue etwas für dich, wenn du etwas für mich tust.“ Die meisten Menschen sind Matcher (56%); Geber sind 25% und Nehmer 19% der Menschen.

Was ist nun die beste Art, sein Leben zu leben, hat sich Adam Grant gefragt. In seinen Studien hat er mehr als 30 000 Menschen befragt und dabei herausgefunden, dass die schlechtesten und die besten Performer in Unternehmen Geber sind. Die schlecht performenden Geber u.a. deshalb, weil sie „so mit der Arbeit anderer beschäftigt [waren], dass sie weder Zeit noch Energie für ihre eigene hatten.“ Klingt glaubhaft. ;-) Aber auch die am besten performenden Verkäufer, Ärzte, Ingenieure … sind erstaunlicherweise Geber. Wesentliche Erkenntnis zudem:

„Weil die Geber sich oft selbst opfern, machen sie ihre Organisationen besser. Wir haben dafür sehr viele Beweise – sehr viele Studien über die Häufigkeit des Geber-Verhaltens in Teams oder Organisationen – je häufiger Menschen helfen und ihr Wissen teilen und Begleitung anbieten, umso besser schneiden Organisationen in allen Bereichen ab: Höhere Gewinne, Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterbindung – sogar geringere Betriebskosten.“

Um eine Kultur aufzubauen, in der Geber erfolgreich sein können, ist auf folgendes zu achten, so Adam Grant:

  • Da Geber viel Zeit damit verbringen, anderen zu helfen, brennen sie schnell aus; darauf ist im Unternehmen zu achten (und hierzu auch die heutige kleine Aufgabe unten).
  • Außerdem benötigen Geber eine Unternehmenskultur, in der „Hilfe suchen“ normal ist, d.h. in der man andere um Unterstützung bitten darf, ohne selbst schlecht dazustehen.
  • Eine umsichtige Teamzusammenstellung ist ebenfalls wichtig, was nicht ganz einfach ist.

Adam Grant unterscheidet in angenehme und unangenehme Geber und in unangenehme und angenehme Nehmer. Besonders toxisch ist dabei der liebenswürdige Nehmer, der äußerlich nett ist und einem dann in den  Rücken fällt. Auweia. Und: „Der negative Einfluss eines Nehmers auf die Kultur ist gewöhnlich 2-bis 3-fach größer als der positive eines Gebers.“ Klingt auch nicht gut.

Adam Grant zieht folgendes Fazit: „Wenn wir die Nehmer aus den Organisationen entfernen und das Bitten um Hilfe sicher machen können, die Geber vor dem Burnout schützen und sie dazu ermuntern können, auch eigene Ziele zu verfolgen, ebenso wie anderen Menschen zu helfen, dann können wir die Definition von Erfolg ändern. Anstatt alles zu einem Wettbewerb zu machen, wird Erfolg für Menschen dann über den Beitrag definiert. […] Ich möchte in einer Welt leben, in der Geber Erfolg haben.“ Ja, das klingt sehr gut. Hören Sie sich den TED-Talk an – es lohnt sich!

Und nun zur heutigen kleinen Aufgabe des Tages: Die 5-Minuten-Gefälligkeit (die ich auch dem TED-Talk entnommen habe): Werden Sie ein erfolgreicher Geber, indem Sie regelmäßig 5-Minuten-Gefälligkeiten für andere tun.

Hierbei kann es sich um Kleinigkeiten handeln, wie zwei Menschen miteinander bekannt zu machen und zu vernetzen, die davon profitieren; das eigene Wissen zu teilen; ein kurzes Feedback zu geben; oder die bisher wenig beachtete Arbeit eines Kollegen/einer Kollegin explizit zu loben.

Wie oft Sie das tun wollen, ist Ihnen selbst überlassen. Einmal am Tag, oder öfters? Probieren Sie es aus. Hilfreich auch hier wieder, Notizen in Ihrem Impuls-Buch zu machen. Die 5-Minuten-Dosis verhindert, dass Sie zu viel geben und über Ihre Grenzen gehen.

Herzliche Grüße und viel Vergnügen bei Ihrer nächsten 5-Minuten-Gefälligkeit :-)
Ihre/Eure Gaby Regler

Bei den #28daysofblogging habe ich diese Beiträge bereits veröffentlicht:

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