Positive Emotionen: Was ist Ihre Lieblings-Emotion? Meine ist die …

Positive Psychologie im BusinessWelche positiven Emotionen gibt es überhaupt? Und wie sind diese im einzelnen zu verstehen – und zu unterscheiden? Mit dieser Frage habe ich mich – gemeinsam mit meiner Kollegin Michaela Nißler – in der Vorbereitung unseres After Work Impuls-Abends zu den Positiven Emotionen intensiv beschäftigt.

Barbara Fredrickson beschreibt in Ihrem Buch Die Macht der guten Gefühle zehn positive Emotionen, die uns in unserem Leben häufig begegnen (S.59ff):

FREUDE, DANKBARKEIT, HEITERKEIT, INTERESSE, HOFFNUNG, STOLZ, INSPIRATION, VERGNÜGEN, EHRFURCHT und LIEBE

  • FREUDE: Wenn wir Freude empfinden, dann werden wir von Licht und Leichtigkeit durchflutet. Alles erscheint uns farbiger und leuchtender. Unser Gang wird beschwingter, und wir springen (innerlich) in die Luft. Wir lächeln und strahlen und haben Lust zu spielen. Dadurch eignen wir uns neue Fähigkeiten an.
  • DANKBARKEIT: Wenn wir für etwas dankbar sind, dann öffnet sich unser Herz. Wir verspüren den Wunsch, etwas zurückzugeben und uns erkenntlich zu zeigen. Zugleich empfinden wir Freude und tiefe Wertschätzung, wenn uns jemand etwas Gutes getan hat. Auf diese Weise vertiefen wir unsere sozialen Bindungen.
  • HEITERKEIT, oder für mich besser heitere Gelassenheit (serenity auf englisch): Die Heiterkeit ist stiller als die Freude und zeigt sich in einem genussvollen Seufzer, wenn wir uns gerade ganz behaglich fühlen. Wir lehnen uns zurück und genießen entspannt den friedvollen Augenblick, wenn wir z.B. an einem einsamen Strand aufs Meer blicken. So erweitern wir unser Welt- und Selbstbild.
  • INTERESSE: Unser Interesse an etwas Neuem oder Unerwartetem fesselt unsere Aufmerksamkeit und fasziniert uns. Wir spüren den intensiven Drang, das Neue zu erforschen und zu verstehen. Unser Interesse macht uns neugierig und offen, und unser Horizont erweitert sich. Wir lernen und  erwerben neues Wissen.
  • HOFFNUNG: Die Hoffnung brauchen wir dann, wenn es nicht so läuft, wie wir es uns vorgestellt hatten. Wir befürchten Schlimmes, bringen aber die Überzeugung auf, dass die Dinge sich wieder zum Guten wenden werden. Wir besinnen uns auf unsere Fähigkeiten und unseren Ideenreichtum, und werden aktiv.
  • STOLZ: Stolz empfinden wir nach einer erzielten Leistung, für die wir unsere Fähigkeiten bewusst eingesetzt und für die wir uns angestrengt haben, wie z.B. ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt. Tief in unserem Inneren spüren wir, dass auch andere diese Leistung für wertvoll halten. Wir gehen dann aufrecht und erhobenen Hauptes durchs Leben.
  • VERGNÜGEN (amusement auf englisch): Wenn wir Vergnügen empfinden, dann sind wir ausgelassen und fröhlich in einer Runde von Menschen. Etwas amüsiert uns, wie z.B. der Witz eines Kollegen, und wir lachen gemeinsam und haben Spaß. Auf diese Weise bauen wir Freundschaften auf und aus.
  • INSPIRATION: Wirklich große menschliche Leistungen inspirieren uns und regen uns zur Nachahmung an, wie z.B. ein großer sportlicher Erfolg oder ein toller Vortrag. Das Gefühl der Inspiration zieht uns in seinen Bann und fesselt unsere Aufmerksamkeit. Es weckt in uns den Wunsch, ebenfalls über uns hinauszuwachsen und unsere Fähigkeiten zu erweitern.
  • EHRFURCHT, oder für mich besser ehrfürchtiges Staunen (awe auf englisch): Dieses Gefühl ist eng verwandt mit der Inspiration. Wir spüren es dann, wenn wir von etwas Großartigem überwältigt sind und uns selbst klein und bescheiden vorkommen, wie z.B. beim Anblick eines wundervollen Sonnenuntergangs. Wir halten fasziniert inne und fühlen uns gleichzeitig als Teil eines großen Ganzen.
  • LIEBE: Die Liebe ist das höchste aller Gefühle und umfasst alle bisher beschriebenen Facetten der positiven Emotionen. Sie lässt uns spielen und genießen und führt zu Vertrauen, Bindung und Gemeinschaft.

Meine Lieblings-Emotion ist … 

seit langem: die Freude. Sie treibt mich an, Dinge zu tun. Wenn sie nicht (mehr) da ist, dann wird´s schwierig für mich. Gleich nach der Freude folgen bei mir das Interesse – ich lerne für mein Leben gerne Neues – und die Inspiration.

Was ist Ihre Lieblings-Emotion? Und wie zeigt sie sich bei Ihnen?

Herzliche Grüße
Ihre/Eure Gaby Regler

P.S. Barbara Fredrickson empfiehlt uns in ihrem Buch, mit den positiven Emotionen zu spielen und zu experimentieren, die eigenen Quellen auszuloten und den eigenen Zugang zu finden. Hier eine kleine Übung, wie Sie starten und sich Freuden-Momente verschaffen können.

Michaela und ich haben festgestellt, dass uns schon die Beschäftigung mit den positiven Emotionen Vergnügen bereitet hat … und wir nun genauer und liebevoller auf sie achten. :-)

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